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Kalt duschen in 3 Schritten: Weichei, harter Typ oder Mönch?

Warum kalt duschen?

Warum sollte man kalt duschen, wieso sollte man sich das antun?

Weil es eine Vielzahl an beeindruckenden Vorteilen für Körper und Psyche hat. Wir zeigen auch gleiche, welche das sind.

Alleine der Gedanke an kaltes Wasser am ganzen Körper lässt jedoch viele bereits erzittern. Dabei ist kalt duschen einfacher, als man denkt.

Es ist vor allem die unbegründete Angst und vielleicht auch ein bisschen die Gewöhnung an das Bequeme, die wir modernen Menschen ja durchaus zu genüge haben.

„Nur Warmduscher duschen warm. Unsere Vorfahren hatten auch kein warmes Wasser. Außerdem nutzt jedes Tier ausschließlich kaltes Wasser. Es ist also total natürlich.“

In unserer 3-stufigen Anleitung zeigen wir dir, wie auch du in den Genuss des kalten Duschens kommst und warum du danach nie wieder warm duschen willst.

Und vor allem: Was Shaolin-Mönche damit zu tun haben.

Was bringt kalt duschen: Die Vorteile

Die Kälte des Wassers hat sehr viele Vorteile.

Und auch wenn die körperlichen Benefits in ihrer Anzahl überwiegen, so ist es doch vor allem der Einfluss auf die Psyche, der uns so beeindruckt.

So einfach die Übung auch ist, kalt duschen macht dich zu einem anderen Menschen, versprochen. Es lohnt sich also durchzuhalten.

Kalt duschen hilft beim Abnehmen

Gewicht zu verlieren scheint heutzutage bei fast jedem auf der Wunschliste zu stehen.

Viele quälen sich täglich mit fiesen Diäten und langen Sporteinheiten herum, die sie eigentlich hassen. Dabei geht es so viel einfacher.

Duschen muss man sowieso fast täglich. (Es sei denn, man sitzt im Keller vor dem PC und spielt WoW.)

„Kurze Dauer, hoher Nutzen.“

Warum also nicht das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden?

Kalt duschen regt die Fettverbrennung an und hilft damit beim Abnehmen. Klar, angenehm ist es am Anfang nicht. Aber duschen dauert ja auch nur 5-10 Minuten.

Ein Workout schon mal eine gute Stunde, die Diät den ganzen Tag. Nicht, dass das kalte Wasser beides ersetzen könnte. Aber der Zeit-Nutzen-Faktor ist doch schon recht hoch.

Kalt duschen verbessert die Durchblutung

Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße erst einmal zusammen um sich danach wieder zu erweitern. Das fördert die Durchblutung.

Der gleiche Effekt wird beim Saunagang genutzt, nur umgekehrt.

Vor allem nach den ersten Malen unter der kalten Dusche fühlt man sich in den Minuten danach so wohlig angenehm. Im Vergleich zum Wasser ist jetzt alles so schön warm.

„Kaltes Duschen erzeugt ein wohlig warmes Gefühl. Also danach. Nicht währenddessen versteht sich.“

Das Blut kehrt in alle Enden des Körpers zurück und eine innere, gemütliche Wärme breitet sich aus.

Jeder, der mal im Schwimmbad zu lange im Wasser war und sich danach in die Sonne gelegt hat, kennt das Gefühl.

Kalt duschen wirkt entzündungshemmend

Niedrige Temperaturen wirken sehr intensiv auf den Körper.

Unter anderem wird der Harnsäuregehalt reduziert. Da Säuren den Körper richtung entzündliches Milieu verschieben, ist es von großem Nutzen diese zu reduzieren.

Vor allem dann, wenn du viel Fructose (Fruchtzucker) durch Obst oder gesüßte Nahrung zu dir nimmst, erhöht sich dein Harnsäuregehalt im Körper.

Entzündungen sind der Hauptgrund für Krankheiten

Die Forschung kommt immer mehr zu dem Entschluss, dass vor allem Entzündungen im Körper hauptverantwortlich für die Entstehung vieler Krankheiten sind.

Chronische Entzündungen wie Morbus Crohn (Entzündung des Darms), Rheuma und Hashimoto (Entzündung der Schilddrüse) sind mittlerweile häufig und führen nicht selten zu einem großen Leidensdruck der Betroffenen.

Mehr Energie im Alltag

Du willst nachweislich mehr Energie im Alltag haben und das am besten ohne Sport oder Litern von Kaffee und Energydrinks?

Probier’s mal mit kaltem Wasser.

Jeder kennt den wach machenden Effekt von kaltem Wasser im Gesicht. Stell dir nur mal vor, was das Wasser am ganzen Körper bewirken kann.

Der Körper reagiert auf Kälte mit einer erhöhten Produktion von Mitochondrien, den Energielieferanten jeder Zelle.

„Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen.“

Das hängt wohl damit zusammen, dass mehr Energie produziert werden muss, um die Körpertemperatur zu halten. Ein höherer Energieverbrauch bedeutet gleichzeitig ein höherer Kalorienverbrauch.

Wo wir wieder beim Abnehmen wären und unserem nächsten Punkt wären.

Gutes statt schlechtes Fettgewebe

Wusstest du, dass es „braunes Fettgewebe“ gibt?

Dieses Fettgewebe ist nicht wie das restliche Fett am Körper für die Speicherung gedacht.

Vielmehr legt dein Körper das braune Fettgewebe an, um daraus gezielt Energie zu erzeugen. Es ist voll von den oben genannten Mitochondrien und erhöht somit deinen Energiestoffwechsel.

Man kann es also als eine Art „gutes Fett“ bezeichnen.

Kalt duschen hilft der Schilddrüse

Vor allem Menschen mit einer Schilddrüsen-Problemen können sich jetzt freuen.

Das kühle Nass stimuliert den Körper und regt die Produktion des so genannten FT3-Hormons an. Dieses Hormon ist für den Körper lebensnotwendig und an nahezu allen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis kennen das: Sie müssen jeden Tag L-Thyroxin Tabletten nehmen und selbst dann stell sich oft keine Besserung ein.

Die Umwandlung von FT4 in FT3 Hormone funktioniert nicht bei jedem gleich gut. Selen als Nahrungsergänzungsmittel hilft zwar, dennoch kann kaltes Duschen ein wahrer Segen für Betroffene sein.

Anmerkung des Autors:
Ich leide selbst seit einem Jahr unter Hashimoto. Der Grund dafür ist wahrscheinlich vergangener Dauerstress (deshalb auch die Beschäftigung mit dem Gesundheitsthema und der Start dieses Magazins). Aus persönlicher Erfahrung kann ich bestätigen, dass mir das kalte Duschen für mein Energielevel hilft. Sobald die Ergebnisse des nächsten Bluttests da sind, kann ich sie hier auch mal veröffentlichen.

Kälte gegen Schmerzen

Niedrige Temperaturen setzten die Nervenverbindungen, die Synapsen, auf „0“ und unterbinden so die Reizübertragung.

Das stoppt auch den Schmerz. Das ist auch der Grund, warum man Kältepacks auf Verletzungen legt.

Kalt duschen: Stark wie ein Shaolin-Mönch

Wenn man an Shaolin-Mönche denkt, hat man Bilder von Männern im Kopf, die Unglaubliches leisten. Ob sie nun einen schweren Metallwagen mit einer Stange an ihrem Kehlkopf schieben oder stundenlanges, hartes Training durchstehen.

Die Mönche scheinen eine unendliche Willenskraft und Disziplin zu haben. Doch ist das wirklich ihr Geheimnis?

Akzeptanz schlägt Willenskraft

Das liegt daran, dass Akzeptanz stärker ist als Willenskraft. Durch kalt duschen kannst du genau das trainieren ohne in ein asiatisches Kloster gehen zu müssen.

In unserer 3-Schritt Anleitung zeigen wir dir, wie das geht.

Kalt duschen macht resilient

Wie im Artikel „Resilienztraining“ beschrieben, ist Resilienz die Fähigkeit mit widrigen Umständen gut umzugehen.

Das ist heute nicht nur deshalb besonders wichtig, weil wir alle viel unter Stress und Druck leiden, sondern auch, weil wir durch den zunehmenden Wohlstand immer mehr verweichlichen.

Wir haben einfach verlernt, mit unangenehmen Situationen gut umzugehen. Zum Glück kann man das ganz einfach zu Hause trainieren.

Kalt duschen in 3 Schritten

Eigentlich ist das Ganze gar nicht so schlimm.

Wie bereits erwähnt gab es bis vor ca 150 Jahren gar keine warmen duschen. Das was wir als kalt bezeichnen, ist einfach nur die Temperatur des Wasser wie sie in der Natur ist.

Hast du jemals ein Tier jammern und zittern sehen während es im See oder Fluss badet?

Denk‘ doch mal an Hunde. Schon mal gesehen, mit welchem Elan die Tiere einfach ungebremst in ins Wasser springen? Wir sind einfach nur durch den Komfort der Zivilisation verweichlicht.

Aber dagegen tun wir ja jetzt etwas.

Schritt 1: Das jammernde Weichei

Die meisten von uns starten hier: Als Weichei.

Das ist auch normal. Wahrscheinlich duschst du schon seit 10, 20 oder mehr Jahren jeden Tag warm. Mit Kälte werden in der Gesellschaft auch meistens Krankheiten wie Erkältung oder Grippe assoziiert.

„Im Begriff Erkältung steckt das Wort Kälte schon drin. Dabei macht sie eigentlich gar nicht krank, sondern ist wichtig für die Unterstützung des Immunsystems.“

Deine Prägung auf Kälte ist also schon nicht die beste. Das lässt sich aber ändern.

Wenn das erste Mal kalt duschst, wirst du wahrscheinlich abwehrend reagieren. Man munkelt, dass selbst gestandene Kerle jammern wie kleine Mädchen, wenn es ins kalte Wasser geht.

Das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass du es erst einmal tust. Du bist dann zwar ein jammerndes Weichei. Aber immerhin ein kalt duschendes, jammerndes Weichei.

Mentale Einstellung: Ablehnend, aushaltend, negativ

Schritt 2: Der harte Typ

So leicht lässt du dich nicht besiegen!

Du hast dir vorgenommen 30 Tage oder zumindest eine Woche lang kalt zu duschen. Doch mit dem Jammern kommst du nicht voran, das hast du jetzt eingesehen.

Entgegen deiner Erwartungen hast du das kalte Wasser tatsächlich überlebt. Aber toll ist es nicht.

Langsam, aber sicher erwacht der „harte Typ“ (geschlechterneutral) in dir.

Du sagst dir „Ich kann dass!“, „Ich steh das durch. Das macht mir rein gar nichts, ich bin härter als das und kein Weichei!“.

Dieser Weg ist schon einmal nicht schlecht. Statt dich negativ gegen die Kälte zu stellen, machst du dich selbst stark. Das macht den Gegner, in dem Fall das kalte Wasser, kleiner.

Du baust dich auf, um deinem Verstand klar zu machen, er solle nicht so negativ reagieren. So schlimm ist es ja gar nicht. Und selbst wenn, du bist ja ein harter Typ. So richtig eiskalt eben.

Mentale Einstellung: Aufbauend, innerlich gestärkt, widerstandsfähig

Schritt 3: Der kontrollierte Mönch

Doch der harte Typ ist bei Weitem noch nicht das Ende der Reise.

Warum denn überhaupt erst gegen so einen Widerstand arbeiten? Erst kämpft man mit sich selbst, dann gegen die Kälte. Ständiges kämpfen ist anstrengend und auf Dauer ermüdend.

Manchmal hast du vielleicht auch nicht die mentale Stärke. Wenn du denkst du wärst hart, dusche mal kalt direkt nach dem Aufstehen. Im Winter.

Eine Lehre fürs Leben

Wir heben unsere Fähigkeiten jetzt auf ein neues Level. Indem wir zum Shaolin-Mönch werden.

Statt gegen die Kälte anzukämpfen, akzeptieren wir sie einfach.

Es gibt keine Grund überhaupt darauf einzugehen. Wir nennen es jetzt auch nicht mehr „kalt duschen“, sondern nur noch duschen.

Statt sich auf das Wasser zu konzentrieren, achte auf deine Waschbewegungen, deinen Atem, denke an irgendetwas oder lass laute Musik laufen.

Setzt deinen Fokus auf etwas anderes, als das kalte Wasser für den Anfang.

Später kannst du dich auch ganz stark darauf konzentrieren. Aber nicht werten.

Das Wasser ist nicht kalt. Es ist einfach nur. Die Kälte entsteht nur durch deine Bewertung. Alles ist relativ. Ein Eskimo fände die Temperatur ziemlich warm.

Verweile im Moment, nimm den Sinneseindruck auf deiner Haut war. Spüre das Zittern deines Körpers und die Gänsehaut. Aber bezeichne das Wasser nicht als kalt.

Wenn du das schaffst, meditierst du. Du akzeptierst die Situation, wie sie ist ohne ihr einen Namen zu geben. Du fühlst, aber du denkst nicht.

„Plötzlich wird das kalte Duschen so viel einfacher. „

Shaolin-Mönche nutzen diese Technik, um unvorstellbare Dinge zu tun. Auch du kannst das lernen und der Mehrwert für dein restliches Leben ist unvergleichbar.

Was du machst, ist Resilienztraining. Du lernst, widrige Umstände besser wegzustecken ohne dass es deine mentale Energie raubt.

Mit dieser Technik kannst du nahezu alles erreichen. Hitze im Sommer lässt sich besser aushalten, eine lange Trainingseinheit besser durchstehen, das Geschrei eines Babys besser ertragen: Wenn du einfach nur akzeptierst und nicht bewertest.

Ja, das braucht Übung und du wirst beim Duschen immer wieder feststellen, dass du zwischen akzeptieren und bewerten hin- und her wechselst. Das erfordert ein wenig Training.

Aber es lohnt sich! Wirst du zum Mönch?

Mentale Einstellung: Akzeptierend, gleichgültig, entspannt, nicht wertend

Schritt 4: Kältefanatiker (Bonus)

Hierfür musst du unbedingt Schritt 3 beherrschen.

Wenn du die Kälte als das akzeptierst, was sie ist: Nämlich nur eine Reaktion deines Körpers auf äußere Einflüsse, kannst du noch einen Schritt weiter gehen.

Bewerte das kalte Duschen wieder!

Als schönes, angenehmes und erfrischendes Erlebnis. Du liebst Kälte. Du liebst es zu beweisen, dass dir das nichts ausmacht. Du kannst es kaum erwarten unter dem kalten Wasser zu stehen und willst auch nicht mehr dort raus.

Dein Gehirn wird diese Anweisungen verstehen und annehmen, wenn du überzeugt davon bist.

Deshalb musst du zunächst das „nicht Bewerten“ aus Schritt 3 können. Sonst wirst du deine Aussagen selbst anzweifeln. „Das ist doch Quatsch, ich hasste kaltes Wasser. Nie im Leben mag ich das!“

Erst nicht werten, dann umbewerten.

Du isst bestimmte Dinge überhaupt nicht gern? Das ist genau das gleiche. Geschmack hat viel mit bewerten zu tun.

Mentale Einstellung: Volle Kontrolle über sich und die Situation. Unbesiegbar.

Schritt 5: Ultimative Kältechallenge

Die Kollegen von Primal State gehen in ihrem Artikel noch einen Schritt weiter.

Wer die ultimative Challenge sucht, kann das kalt duschen hinter sich lassen und:

  • kalte Bäder nehmen (bis zu 20 min. | langsam herantasten)
  • kalte Eisbäder ausprobieren (bis 5 min. |mit 2-3 Packungen Eiswürfeln)
  • Eisbad in freier Natur (See, Fluss, volle Regentonne)

Häufige Fragen zum kalt Duschen

Wie lange sollte man kalt duschen?

Damit du die vollen körperlichen und mentalen Vorteile genießen kannst, solltest du mindestens 3 Minuten am Stück unter dem kalten Wasser stehen.

Mit ein wenig Übung kannst du das auch ausweiten.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen sollten dringend erst ihren Arzt fragen, ob sie kalt duschen dürfen.

Auch Personen mit Blutdruckproblemen oder allgemein schwachen Kreislauf sollten aufpassen. Für den Anfang reicht es, die Temperatur nach und nach zu reduzieren und nicht direkt unter den kalten Wasserstrahl zu gehen.

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